Menschen mit Demenz besser verstehen lernen

Der größte Risikofaktor an einer Demenz zu erkranken ist das fortschreitende Lebensalter. Aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung in der Bevölkerung wächst die Anzahl der Demenzdiagnosen stetig an.

 

Hierdurch rückt diese besondere Erkrankung des Vergessens und des Rückzugs näher an unsere persönlichen Erfahrungsräume heran. Mit fortschreitender Erkrankung wird es immer schwieriger, die Lebenswelt und die Realität dieser Menschen zu verstehen und sich in ihre Lage zu versetzen.


Während meiner Tätigkeit in einer geriatrischen Klinik habe ich mit hunderten Frauen und Männer Testungen zum Thema Demenz durchgeführt und sie und ihre Angehörigen beraten und betreut. Daher weiß ich aus erster Hand, wie wichtig ein guter persönlicher Zugang für eine gelingende Bewältigung des Alltags mit einem Menschen mit Demenz ist.

Der richtige "Draht" entlastet nicht nur den Erkrankten, sondern auch den Pflegenden. Und je entspannter die Situation, umso leichter gelingt das Tagwerk. Und umso höher ist die Lebensqualität auf beiden Seiten. Pflegekräfte und pflegende Angehörige haben mir das immer wieder bestätigt. Wenn auch Sie in einer solchen Situation sind, werden Sie mir sicher ebenfalls zustimmen.


Was geht in einem Menschen mit Demenz vor, der zunehmend Verluste erlebt, Verluste des Alltäglichen sowie der eigenen Lebensgeschichte?

 

Dieser Frage näher zu kommen ist Ziel dieses Seminars. Gemeinsam mit den Teilnehmern arbeiten wir hier nach dem demenz balance-Modell©:

 

Das demenz balance-Modell© 

ist eine Selbsterfahrungsmethode mit dem Ziel, das Vorstellungsvermögen und die Empathiefähigkeit bezüglich der Befindlichkeit und der Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu erweitern. Es wurde von Barbara Klee-Reiter entwickelt und gliedert sich in drei Phasen:

 

erleben

  •     eines zeitweiligen kontrollierten simulierten Verlusts der eigenen Identität
  •     der Erfahrung, die Kontrolle über sich und seine Welt zu verlieren
  •     der häufigen Erkenntnis: „Dieser Mensch könnte ich sein.“

 

verstehen

  • der Innenwelt der Demenz

  • der Gefühlswelt und der Bedürfnisse von Menschen mit Demenz
  • des eigenen Empfindens im Umgang mit der Erkrankung

 

handeln

  • durch eine direkte Stärkung der eigenen Empathiefähigkeit
  • durch die Entwicklung direkter Handlungsmöglichkeiten in ihrer persönlichen Situation
  • durch konkretes Rüstzeug für den Umgang mit Menschen mit Demenz

Erfahren Sie mehr über das Modell im folgenden Video:

Mit freundlicher Genehmigung von Barbara Klee-Reiter.